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NEUSTE VERÖFFENTLICHUNGen

NEUSTE
VERÖFFENTLICHUNGen

So wie mich die Savanne Ostafrikas in ihren Bann gezogen haben, so hat mich auch die Natur auf Spitzbergen gepackt, als ich im April 2022 zum ersten Mal hier ankam. Im April dieses Jahres waren wir zum 4. Mal an diesem magischen Ort. 10 Tage sollten es werden, wieder auf Schneemobilen unterwegs und wieder nur Willem und ich mit unseren beiden befreundeten Guides Andreas und Evan. Unser Traum: ein Porträt eines frontal auf uns zulaufender Eisbär mit Augenkontakt und einem spannenden Behind The Scenes Film. 

 

Das Wetter war extrem schwierig – es war zu warm. Temperaturen knapp unter null Grad lassen Bodennebel entstehen. Dieser, gepaart mit dichter, tief hängender Bewölkung, verwandelt die atemberaubende Landschaft in ein einziges großes Whiteout. Ein Nirwana der Unsichtbarkeit in reinem Weiß – ohne Anfang und Ende, ohne Horizont, ohne irgendwas anderes, nur Weiß. Von 10 Tagen konnten wir an 8 Tagen überhaupt nur raus. 1.500 km insgesamt auf dem Schneemobil, davon über die Hälfte mit einer Sicht von weniger als 10 Metern. Das Ergebnis: keine Eisbär-Sichtungen, bzw. fast keine. Am 5. Tag erspähte Evan in ca. 3 km Entfernung zwei Eisbären. Sie waren allerdings in einem Terrain, in dem ich keinen passenden Winkel für mein Bild fand. Die Tage vergingen und meine Ungeduld wuchs. Jeden Morgen aufs Neue fuhren wir los und jeden Abend kamen wir unverrichteter Dinge zurück in unser Camp.

 

Am letzten Tag, etwa 4 Scooterstunden entfernt von unserem Lager, aß ich um 17:30 Uhr ein weiteres Drytech, um meinen Energiehaushalt aufzufrischen. Nach 9 Tagen ohne jede echte Chance auf ein Bild, war es schwer, die Zuversicht zu behalten – wir wussten, unser Guide würde jeden Moment den Rückweg antreten wollen … und dann das! Die Sicht war eigentlich ganz gut, obwohl es keine direkte Sonne gab. Even spottete einen einzelnen Eisbären. Dieses Mal sogar in 4 Kilometern Entfernung. Ab einer Distanz von 1 Kilometer kann man spätestens erkennen, ob man mit einem Eisbär „arbeiten“ kann oder nicht. Meistens sind sie aggressiv, sodass man sich sofort in Sicherheit bringen muss, oder extrem scheu. Dann laufen sie bewusst in die entgegengesetzte Richtung, sobald sie uns registrieren. In beiden Fällen gibt es keine Chance auf Aufnahmen. Wir bauten die Scooter um und fuhren näher heran. Ich war voller Anspannung. Wie wird er reagieren, wenn er uns wahrnimmt? 

»Whiteout«

Die Natur meinte es gut mit uns und wir bekamen ein unglaubliches Geschenk! Er war jung und verspielt und hatte vermutlich zum allerersten Mal in seinem Leben Kontakt mit Schneemobilen und Menschen. Er war sehr neugierig und gleichzeitig extrem schreckhaft. Als Andreas nur den Motor des Scooters startete, entfernte er sich wieder von uns. Ein paar Mal kam er geradewegs auf mich zu und mir gelang dieses perfekte Face-to-Face-Porträt im absoluten Weiß. Nicht nur fotografisch eine Herausforderung – vor allem mental: die körperliche Erschöpfung, die Anspannung, der riesige Wunsch nach Perfektion! Mein Traum ging in Erfüllung.

Edition of 10 . 146 x 126 cm

»The Paw«

Dieser Junge war unerfahren und verspielt und hatte vermutlich zum allerersten Mal in seinem Leben Kontakt mit Schneemobilen und Menschen. Er schenkte mir einen Moment für ein Bild, den es eigentlich gar nicht gibt. Er war sehr neugierig und kam relativ nah, dann aber auch extrem schreckhaft. Als Andreas nur den Motor des Scooters startete, entfernte er sich wieder von uns. Zum Schluss ging er ganz gemütlich seines Weges – dies in einer Distanz zu uns, dass ich dieses perfekte Bild der Tatze seiner Hinterpfote machen konnte – The Paw – was für ein Geschenk!

Edition of 10 . 166 x 126 cm

Making of »Whiteout« & »The Paw«

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